MÖBEL
Antike Möbel rufen die Atmosphäre vergangener Zeiten hervor. In selbstbewusster Meisterschaft bewahren sie, was die Gegenwart zu leisten ausserstande ist.
Alte Möbel strahlen den Zauber der
schöpferischen Leistung alter Handwerkskultur aus. Für das Wohnen in einer persönlichen Atmosphäre gibt es zwar kein Schema, aber es ist durchaus kein Widerspruch, wenn ein moderner Mensch schöne alte Dinge um sich zu haben
liebt. Alte und moderne Möbel sind gleichberechtigte Mittel zum
Ausdruck einer individuellen Wohnatmosphäre.
Möbel sind seit Jahrtausenden mit dem täglichen Leben des Menschen, seinen wechselnden
Bedürfnissen und Ansprüchen auf das engste verbunden. Der Zeitgeist prägt sie nicht minder deutlich als die Bauten, die Werke der Malerei und Plastik, die Kleidung, kurz alles, was zur Lebensäusserung einer Epoche gehört.
Es ist für unsere Zeit, der der Blick in alle Vergangenheiten weit geöffnet ist,
charakteristisch, dass sich ihre Menschen nicht nur mit den sachlich-praktischen Möbelprodukten der eigenen Bequemlichkeitsansprüche umgeben, sondern das
Wohnensemble ihrer Räume mit Möbeln vergangener Stilepochen bereichern. Denn im Gegensatz zu den modernen, serienmässig-industriell hergestellten Einrichtungsgegenständen ist jeder alte Schrank, jede alte Kommode, jeder Stuhl -
geschaffen in Handarbeit von einem Meister eines Faches - ein “Individuum”, mit dem man persönlichen Kontakt bekommen kann und das die Wohnung nicht nur ästhetisch bereichert.
Es ist dabei nicht wichtig, ob es in seinen Formen zum Stil
unserer Zeit passt. Es gehört zum Wesen unserer Epoche, die sich bei aller Ausrichtung auf das Neue, Technische, Nur-Praktische einer gewissen romantisch-retrospektiven Neigung
nicht erwehren kann. Der “Stil” unserer Zeit ist nicht so einheitlich wie der der früheren Epochen - er ist komplexer, indem er die Vergangenheit in das Heute integriert.
Im Lauf von Jahrhunderten haben sich Möbel von einfachen Formen, etwa einem Stück
Baumstamm zum Sitzen, zu immer komplizierteren Gebilden entwickelt, für die Menschen viel Einfallsreichtum und handwerkliches Geschick aufwandten. Gleichzeitig wurden die Möbel kleiner und
zweckmässiger. Sie folgten den wechselnden Trends, dem Zeitgeschmack und den Stilen, wie sie sich auch in der Architektur, den Künsten und der Mode manifestierten. Durch engere internationale Verflechtungen im Gefolge der
Entdeckungsreisen kam es ab dem Beginn der Neuzeit zu einer weltweiten gegenseitigen Beeinflussung der Kulturen, die sich nicht zuletzt in Formen und Dekor der Möbel spiegelt.
Möbel sind in der Regel Gebrauchsgegenstände, die im Lauf der Zeit
Schäden erleiden können. Eine sorgfältige Restaurierung von Furnieren oder Bänderungen, von Beschlägen, Schlössern und Füssen ist unabdingbar, um den Wert eines Möbelstückes zu erhalten oder gar zu steigern.
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